Sächsische Grenzerfahrung
Tour Nr. 05/2010
Eine Radtour von Bad Oldesloe nach Preetz
Der 82–jährige Hobby–Historiker Hans–Joachim Feldner hat eine Vision: einen 152 km langen Radweg auf dem Limes Saxoniae. Bereits heute sind einige Abschnitte dieser historisch bedeutenden Grenze bestens für Tagesausflüge mit dem Fahrrad geeignet – zum Beispiel zwischen Bad Oldesloe und Preetz.
Der Start: Bad Oldesloe
Vom Bahnhof aus geht es durch die Bad Oldesloer Innenstadt zur Segeberger Straße und auf den Radweg nach Altfresenburg. Dann links Richtung „Wolkenwehe/ Brenner Moor”. Nach der Grünen Brücke über die Trave durchfahre ich das größte binnenländische Salzmoor in Schleswig–Holstein.
Kloster Nütschau
Zum nördlichsten Benediktiner–Kloster in Deutschland gehört auch das Herrenhaus Nütschau. Über Tralau und Neversdorf geht’s auf meist ruhigen Landstraßen über Bebensee, Schwissel, Herrenmühle und Klein Gladebrügge nach Bad Segeberg.
Bad Segeberg
Nach rund 30 Kilometern fahre ich durch die Innenstadt bis zur malerischen Marienkirche und weiter auf einer alten Bahntrasse in Richtung Blunk. Eine wunderschöne Landschaft und der schönste Abschnitt des Tages.
Bornhöved
Über Alt–Erfrade und Tarbek führt der Weg nach Bornhöved, von dort am westlichen Ufer des Schmalensees entlang und über die Perdoeler Mühle und Stolpe zum Gut Depenau.
Gut Depenau
Nach Gut Depenau an der Alten Schwentine geht’s auf ruhigen Landstraßen über Löptin nach Fischkroog und von dort über Postfeld und Pohnsdorf nach Preetz.
Das Ziel: Preetz
Geschafft. Nach einer Tagestour von rund 70 km schmeckt das belohnende Bier besonders gut.
Andrew Craston
ö: Nach Bad Oldesloe ab Neumünster stdl. mit der nordbahn, ab Hamburg und Lübeck mindestens stdl. mit dem Regionalexpress; ab Preetz mit Regionalbahn und Regionalexpress mehrmals stdl. nach Kiel und stdl. nach Lübeck.
Info
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Limes Saxoniae (810 – 1138): Nach Unterwerfung der Sachsen in Feldzügen und beim Blutgericht von Verden an der Aller schlug Karl der Große die aufsässigen Nordalbingier ( „Nordsachsen”) auf dem Suentanafeld im Jahr 798. Daraufhin einigte er sich 810 mit den Slawenfürsten auf eine „Grenze Sachsens”, die das christianisierte fränkisch–sächsische Gebiet vor Übergriffen der im Osten Holsteins angesiedelten heidnischen Slawen schützen sollte. Dieser Limes Saxoniae war keine befestigte Linie wie der römische Limes in Süddeutschland, sondern bestand vorwiegend aus Flussläufen, Seen und Sumpfgebieten. Nach der Rückeroberung Ostholsteins durch Adolf II. von Schauenburg und dem „Wendenkreuzzug” durch Heinrich den Löwen und Albrecht den Bären im 12. Jahrhundert verlor die „Grenze Sachsens” ihre Bedeutung.
